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Verlässliche Rahmenbedingungen statt Handelsbarrieren: Dickow Pumpen im Austausch mit MdB Stephan Mayer
Wirtschaft und Politik im Dialog über Wettbewerbsfähigkeit des Maschinenbaus: offene Märkte statt neuer Hürden.
Die Dickow Pumpen GmbH & Co. KG hat sich mit dem Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer (CSU) über die Folgen neuer Handelshemmnisse für den Maschinenbau ausgetauscht. Ausgangspunkt war ein Schreiben von Geschäftsführer Alexander Hammer zu den Auswirkungen der US‑Zölle auf Stahl‑ und Aluminiumderivate; Anfang Januar folgte ein Vor‑Ort‑Besuch in Waldkraiburg. Im Mittelpunkt standen die Wettbewerbsfähigkeit des exportorientierten Mittelstands, zusätzliche Zölle und Nachweispflichten sowie rückläufige Marktdynamik in den Absatzmärkte in Europa – insbesondere in der Chemie. Dickow Pumpen spricht sich für offene Märkte, planbare Regeln und den Abbau bürokratischer Hürden aus.
Schrumpfende Industriemärkte, insbesondere in der Chemie
Dickow Pumpen spürt zunehmend die Auswirkungen eines rückläufigen Investitionsklimas in der europäischen Chemie- und Prozessindustrie. Werden Projekte verschoben oder gestrichen, sinkt der Bedarf an hochwertiger Pumpentechnik und Anlagenkomponenten – ein Trend, der mittelständische Maschinenbauer mit starker Exportorientierung besonders trifft.
„Die Nachfrage aus der europäischen Chemieindustrie geht seit einiger Zeit zurück. Für spezialisierte Unternehmen wie uns bedeutet das: Wir sind stärker denn je auf stabile internationale Rahmenbedingungen angewiesen“, so Alexander Hammer.
MdB Stephan Mayer zeigte Verständnis für die komplexen Folgen sinkender Industriemärkte und betonte im Austausch seine Unterstützung für Maßnahmen, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Maschinenbaus sichern.
Handelsbarrieren & Bürokratie als Wettbewerbsnachteil
Besonders belastend für Dickow Pumpen sind die seit August 2025 geltenden US‑Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumderivate, die zu einer Abgabe von 50 % auf den Metallwert und 15 % auf den Restwert führen. Hinzu kommt ein erheblicher administrativer Aufwand: Für jedes Bauteil muss das Gieß- oder Schmelzland dokumentiert und dessen Metallanteil exakt berechnet werden. Dies führte bereits zu Lieferstopps und verzögerten Exporten.
Alexander Hammer dazu: „Dieser bürokratische Aufwand ist in der Praxis kaum beherrschbar. Es kann nicht sein, dass wir Exporte stoppen müssen, weil Dokumentationspflichten jenseits eines vernünftigen Maßes liegen.“
Stephan Mayer unterstrich in seiner Antwort, dass Maschinenbauprodukte, die weder sicherheitsrelevant noch strategisch sensibel sind, von diesen sektoralen Sonderzöllen ausgenommen werden sollten. Er bezeichnete die Belastung als „unverhältnismäßige Wettbewerbsverzerrung“ für hochspezialisierte Mittelständler.
Neue Handelsabkommen & diversifizierte Märkte
Stephan Mayer sieht neben Herausforderungen auch Chancen und verweist auf neue Handelsabkommen wie das EU‑Mercosur‑Abkommen. Neben dem Abbau unnötiger Handelshemmnisse braucht der exportorientierte Mittelstand verlässliche Zugänge zu globalen Märkten. Dickow Pumpen betont die wachsende Bedeutung von Regionen wie Südamerika, Indonesien und Indien, um die Abhängigkeit von stagnierenden europäischen Märkten zu reduzieren. Das Unternehmen fordert daher die raschere Ratifizierung und vorläufige Anwendung bestehender oder bereits ausgehandelter Handelsabkommen.
Mayer unterstützt diese Forderung ausdrücklich. Sinngemäß heißt es in seinem Schreiben: „Eine vorläufige Anwendung von Mercosur kann deutschen und insbesondere bayerischen Unternehmen rasch neue Marktchancen eröffnen.“
(Anm. d. Red.: Das Mercosur‑Abkommen war zum Zeitpunkt des Austauschs noch nicht unterzeichnet.)

Einordnung für den Landkreis Mühldorf a. Inn
Waldkraiburg gilt im Landkreis Mühldorf a. Inn seit vielen Jahren als Industriezentrum mit einer hohen Dichte an hochspezialisierten mittelständischen Unternehmen. Diese Unternehmen tragen wesentlich zur wirtschaftlichen Stärke der Region bei – durch qualifizierte Arbeitsplätze, Ausbildungsangebote, technologische Kompetenz und stabile Wertschöpfung. Nicht alle Betriebe sind gleichermaßen von aktuellen globalen Entwicklungen betroffen, doch gerade aufgrund dieser Konzentration spezialisierter Industrien wäre ein konjunktureller Abschwung der deutschen, bayerischen oder europäischen Wirtschaft für den Standort besonders spürbar.
In diesem Kontext hat der Austausch zwischen Dickow Pumpen und MdB Stephan Mayer eine besondere Relevanz: Herausforderungen wie rückläufige Chemie‑Märkte, Handelsbarrieren und steigende Bürokratielasten betreffen nicht nur einzelne Unternehmen, sondern können regionale industrielle Strukturen insgesamt beeinflussen. Initiativen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern und Marktzugänge stabilisieren, leisten daher einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Zukunft des gesamten Landkreises.
Ausblick
Dickow Pumpen bekennt sich klar zum Standort Waldkraiburg und sieht darin auch langfristig beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung. Das Unternehmen ist überzeugt, dass sich technische Expertise, hochqualifizierte Mitarbeitende und internationale Ausrichtung auch in einem volatilen Marktumfeld behaupten lassen – vorausgesetzt, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben verlässlich.
Vor diesem Hintergrund wird Dickow Pumpen den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern fortführen und sich weiterhin für faire und international anschlussfähige Handelsbedingungen einsetzen. Dazu gehört der Abbau unnötiger Bürokratielasten ebenso wie die Harmonisierung technischer Normen und Zulassungsverfahren, die Exportprozesse vereinfachen und Planungssicherheit schaffen. Parallel wird das Unternehmen Chancen in dynamisch wachsenden Märkten – darunter Südamerika, Indonesien und Indien – konsequent prüfen und nutzen, um Abhängigkeiten von stagnierenden europäischen Branchen zu verringern.
Gleichzeitig bleibt Dickow Pumpen fest davon überzeugt, dass Waldkraiburg auch künftig ein starker Industriestandort sein wird. Das Unternehmen investiert kontinuierlich in Mitarbeitende, Technologie, Infrastruktur und Qualität und sieht darin die Grundlage, am Standort langfristig erfolgreich zu sein – für Kundinnen und Kunden weltweit ebenso wie für die Region Mühldorf a. Inn.
Unternehmensprofil
Die Dickow Pumpen GmbH & Co. KG mit Sitz in Waldkraiburg entwickelt und produziert seit 1910 hochwertige Kreisel‑ und Seitenkanalpumpen für chemische, petrochemische und industrielle Anwendungen. Als einer der führenden europäischen Hersteller magnetgekuppelter Pumpen liefert das Unternehmen eine Schlüsseltechnologie für sichere und emissionsfreie Förderprozesse. Dickow Pumpen beschäftigt rund 200 Mitarbeitende und exportiert einen bedeutenden Anteil seiner Produkte weltweit, darunter in zentrale Absatzmärkte wie die Vereinigten Staaten.
Als mittelständischer Betrieb der Astrid Dickow-Stiftung steht Dickow für technische Kompetenz, langlebige Produkte und hohe Fertigungstiefe am Standort Waldkraiburg. Mit internationaler Ausrichtung und regionaler Verwurzelung trägt das Unternehmen seit fast 80 Jahren zur industriellen Stärke und zur wirtschaftlichen Entwicklung im Landkreis Mühldorf a. Inn bei.

